Montagskaffee #2

Guten Morgen.

In der nun eigentlich schon längeren Tradition von weiblichen Superhelden will nun auch Marvel mitmischen und geht einen gewagten Schritt: Thor, der nordische Donnergott mit Eisenhammer, zuletzt übermaskulin verkörpert von Chris Hemsworth, wird kurzerhand zur Frau. Genderbend nennt sich das, was in der Cosplay-Szene schon länger umgesetzt wird. Schade eigentlich, dass die FAZ das Thema nur mit einem vor abgegriffenen Geschlechterklischees triefenden Artikel behandelt.

[Nachtrag]: Tim Buckley führt etwas genauer aus, weshalb er die plötzlichen Bemühungen Marvels um mehr Diversität für unausgegoren hält – und zeichnet dazu auch einen netten Comic.

Bleiben wir noch kurz bei Filmen. Wer gerne Verrisse liest, für den ist mit Transformers 4: Ära des Untergangs gerade genau der richtige Film erschienen. Die beste Einschätzung stammt meiner Meinung nach von Alan Jones: „The cinematic equivalent of being repeatedly hit over the head with a food mixer.“ Nur bei Axel Springer hält man die 165 Minuten Nonsens für einen „Knaller„. Überraschung.

Bereits am Freitag hätte Hunter S. Thompson seinen 77. Geburtstag gefeiert. Grund genug für die LA Times, sein Werk zu feiern und vier „Must Reads“ vorzustellen. Runder hingegen wäre der 80. Geburtstag Uwe Johnsons, den dieser am Sonntag gefeiert hätte. Sabine Vogel ehrt den schon 1984 verstorbenen Autor in der Berliner Zeitung mit einer anerkennenden Rekapitulation seines zerrissenen Lebens.

Ebenfalls am Sonntag jährte sich das Attentat vom 20. Juli zum 70. Mal. Das mittlerweile zum Leitmotiv des Widerstands im „Dritten Reich“ in die Erinnerungskultur integrierte Attentat wurde jedoch nicht immer als durchweg vorbildlich aufgefasst. Der Österreicher Alfred Hrdlicka beispielsweise schuf über das Attentat einen 53-teiligen Bilderzyklus, in dem er sich kritisch, provokativ und lautstark mit den schwelenden Gefahren von Militarismus, Ordnungswahn und Gewalt auseinandersetzt. Der aufwühlende Zyklus ist noch bis zum 29. August im Willy-Brandt-Haus in Berlin zu sehen.

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Über Tobias Illing

Germanist und Kulturmanager mit angeborener Lust zu Lesen und einem Zweitwohnsitz im Internet. Autor von https://paginasecunda.wordpress.com Zeige alle Beiträge von Tobias Illing

One response to “Montagskaffee #2

  • DasRallum

    Hehehe, Ein paar interessante Fakten. Ich finde es ja irgendwie faszinierend, wie die Filmindustrie nun krampfhaft versucht viele Sachen neu zu interpretieren unter dem Vorwand die Stadtard-Klischees nicht mehr bedienen zu wollen. Nunja… das Publikum ist es eh leid, immer wieder dasselbe, nur unter einem anderen Kleid zu sehen und neue Ideen sind sowieso mittlerweile rar geworden. Genauso wie das Öl langsam zur Neige geht, so ist auch der Pool an interessanten Geschichten, die sich vermarkten lassen, so langsam erschöpft.

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