Axel-Springer und das Leistungsschutzrecht

Aus gegebenem Anlass sei auf einen Beitrag von Kollege Niggemeier verwiesen, der sehr schön zusammenfasst, welch absurde Züge die Auslegung des Leistungsschutzrechtes durch den Axel-Springer-Konzern mittlerweile angenommen hat. Schon mit dem ersten Versuch, Google dazu zu zwingen, für die Nutzung kleiner Inhaltsteile Geld zu zahlen, hat man im Grunde bereits die Marktmacht Googles akzeptiert und völlig ausgeblendet, dass es sich dabei keinesfalls um eine staatliche Institution mit Monopol und Versorgungspflicht handelt, sondern um ein Privatunternehmen, das sehr wohl nach Gusto Medien in seinen Nachrichtenüberblicksdienst aufnehmen kann – oder eben nicht. Wie sich Springer jetzt verrudert, grenzt an völligen Realitätsverlust; vor allem durch die Fußnote, dass die kostenfreie Lizenz, die Google die Nutzung von Ausrissen der Artikel gewährt, ausschließlich für Google gilt und nicht für andere Suchmaschinenanbieter. Müssten die jetzt nicht – um in der wirren Logik von Springer zu bleiben – jetzt wiederum den Springer-Verlag verklagen, da dieser seine Marktmacht ausnutzt und einzelne Anbieter diskriminiert?

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Über Tobias Illing

Germanist und Kulturmanager mit angeborener Lust zu Lesen und einem Zweitwohnsitz im Internet. Autor von https://paginasecunda.wordpress.com Zeige alle Beiträge von Tobias Illing

2 responses to “Axel-Springer und das Leistungsschutzrecht

  • DasRallum

    Irgendwie ist es bitter und erheiternd zugleich. Das ganze erinnert mich irgendwie an der Machtspiel der Könige im vergangenen Jahrtausend, die je nach Stärke ihres Landes gegeneinander pokerten.

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    • T. Illing

      Richtig, das Absurde daran ist, dass hier ein Großkonzern dem anderen Marktdominanz vorwirft und gleichzeitig seine eigene ausnutzt, um die eigenen Interessen durchzudrücken. Als mehr oder weniger Unbeteiligter kann man nur kopfschüttelnd daneben stehen und es zumindest noch bizarr-unterhaltsam finden. Als kleineres Unternehmen, sei es die kleinere Suchmaschine oder der kleinere Verlag/Inhalteanbieter, ist man diesem Spiel wohl ähnlich hilflos ausgeliefert, wie früher einst der feudale Bauersmann.

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