Montagskaffee #24

Guten Morgen.

Autor, Schauspieler, Regisseur, Fotograf und Komponist. Leonard Nimoy war Zeit seines Lebens ob seiner zahlreichen Aktivitäten eigentlich nur schwer auf eine Profession festzulegen. Und doch war es seine Rolle als Spock in Star Trek, die ihn zu einer filmischen Legende werden ließ. Am vergangenen Freitag ist Nimoy im Alter von 83 Jahren in Los Angeles verstorben. In der Rolle des einzelgängerischen und gelegentlich frustrierend logischen Vulkaniers fand Nimoy seine Paraderolle als integraler Part von Crew und Handlung, der doch stets isoliert und abseits blieb. Sein Verhältnis zur Rolle blieb ambivalent, wenngleich er wiederholt betonte, dass er, vor die Wahl gestellt, immer wieder Spock spielen würde. Den von ihn geprägten vulkanischen Grup hat er wahrhaftig umgesetzt: „Live long and prosper.“

„Kemal der Verrückte“ wurde er in seinem Heimatort genannt, weil ihn die Begeisterung über die Schönheit seiner Heimat immer wieder zu lautem Singen animierte. Das Singen wurde Kemal Sadık Gökçeli, der sich später nur noch Yaşar Kemal nannte, zum Naturell. Der wohl berühmteste und einflussreichste Dichter der Türkei verstarb am vergangenen Samstag. Seine Stimme wird nun fehlen, die er Zeit seines Lebens gegen die Unterdrückung und für die Meinungsfreiheit erhob. Mehrfach wurde er verhaftet, dabei gefoltert und war Todesdrohungen ausgesetzt, doch nichts davon konnte ihn abhalten, sich gegen die Missachtung der Menschenrechte in der Türkei und dabei auch für die Rechte der Kurden einzusetzen.

Auf dem Literaturportal Bayern ist das Programm der diesjährigen Coburger Literaturtage einzusehen, das mit Lesungen von Jan Weiler, Michael Köhlmeier und einem Sachbuchabend zu Kriminellen Energien in den Künsten mit Gudrun Schury und Rolf-Bernhard Essig aufwartet. Auftakt des Literaturfestivals ist am 18. April ein Lesemarathon, bei dem unter anderem Christoph Peters unterhaltsamer Roman Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln zu hören sein wird. Ebenfalls lesen Sabine Kray und Kathrin Groß-Striffler.

Indes macht der Street-Art Künstler Banksy mit einer neuen Aktion in Gaza auf die humanitäre Situation der Menschen im Sperrgebiet aufmerksam. Neben einem mit zynischen Kommentaren unterlegten Video hat er erneut einige Grafitti-Kunstwerke in Gaza hinterlassen, die dem für ihn typischen Stil die Situation bissig, prägnant und dennoch verspielt kommentieren. Ein Beitrag in der taz sinniert auch darüber, dass wohl bereits Kunsthändler unterwegs ins Krisengebiet sind, um die „Banksys“ zu entwenden und gewinnbringend auf den Kunstmarkt zu bringen. Es gehört wohl zur Ironie der Kunst Banksys, dass seine Werke mittlerweile zu einer Art moderner Raubkunst geworden sind und so auf ihre Art die Perversion des zeitgenössischen Kunstkonsums hervorheben. Nur schade, dass die eigentlich brisante politische Botschaft hinter den sechsstelligen Auktionspreisen nur allzu oft verloren geht.

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Über Tobias Illing

Germanist und Kulturmanager mit angeborener Lust zu Lesen und einem Zweitwohnsitz im Internet. Autor von https://paginasecunda.wordpress.com Zeige alle Beiträge von Tobias Illing

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