Archiv der Kategorie: Kurzgedanken

Re: Montagskaffee

Es ist vollbracht.

Nun, zumindest sind die meisten Bücher ausgepackt und nur noch einige wenige Kartons übrig. Wie sich herausgestellt hat, braucht man immer ein Regal mehr als zuvor, insbesondere wenn man zwei Hausstände und damit auch zwei Büchersammlungen zusammenlegt. Immerhin ist wieder Zeit für Lektüre und damit auch Zeit für die Seite Zwei.

Der geneigte Leser (ja, alle beide) darf an dieser Stelle also zukünftig wieder Beiträge erwarten, auch wenn sich an Häufigkeit und Regelmäßigkeit wohl nichts ändern wird. Es bringt einfach wenig, einen Zeitplan zu versprechen, der dann letztlich doch nicht eingehalten wird. So ist doch der freudige Überraschungseffekt viel größer, nicht wahr?

Immerhin gibt es einige für meine Verhältnisse doch fundamentale Veränderungen, über die zu gegebener Zeit gesprochen werden wird. Technologie!

Bis dahin sei auf meinen Twitter-Account verwiesen, auf dem ich neben dem üblichen Gebrabbel als Quasi-Ersatz für das Blog in den vergangenen Tagen einige Kafka-Schnipsel verstreut habe.


pagina vacante

Wie der treue Leser wohl bemerkt hat, ist es in letzter Zeit ruhig geworden auf der Seite zwei. Das liegt daran, dass ich derzeit einen Ortswechsel anstrebe, der seit einigen Wochen meine volle Aufmerksamkeit fordert. Die Bücher sind bereits verstaut und harren ihrer Abreise und da ich leider nicht an ännähernd so fleißig bin wie etwa die liebe Marion, blieb die Seite zwei zuletzt leer.

Ich bitte um Geduld, es wird neue Texte geben. Bis dahin wünsche ich eine schöne Zeit in den ersten Frühlingstagen.


„… wenn wir eine hinreichend ehrliche und dankbare Nation wären …“

„Seitdem habe ich die Welt Band für Band in literarischer Weisheit ertränkt; seit dem Sonnenuntergang jenes Tages hat er’s zum Biographen von Mr. Lincoln gebracht, und sein Buch wird niemals untergehen; er ist Botschafter gewesen, ein glänzender Redner, ein fähiger und bewundernswerter Außenminister, und er würde nächstes Jahr Präsident werden, wenn wir eine hinreichend ehrliche und dankbare Nation wären statt einer undankbaren Nation, die meist nicht gewillt ist, ein Staatsoberhaupt aus Gold anzustreben, wenn sie eines aus Blech haben kann.“

Samuel Longhorne Clemens, besser bekannt als Mark Twain, am 31. Januar 1904 über John Hay, damaliger Außenminister der Vereinigten Staaten. Zu finden ist das Zitat in Twains Meine geheime Autobiographie (Anaconda 2010, S. 41), auf die Marion an anderer Stelle einen etwas genaueren Blick geworfen hat. Müßig die Spekulation, was Twain, der schon zu seiner Zeit mit präziser Beobachtungsgabe und spitzer Zunge die Missstände der amerikanischen Gesellschaft und die Heuchelei der Oberschicht kritisiert hat, zu den jüngsten Ereignissen zu sagen hätte. Heute vor 181 Jahren wurde Twain in Florida, Missouri, geboren.


Zehn Fragen – Zehn Antworten

Birgit hat drüben bei Sätze & Schätze schon vor gut einem Jahr einmal eine illustre Fragerunde gestartet und zehn auf den ersten Blick simple Fragen zu Lieblings- und anderen Büchern gestellt. Nun hat sie den Fragenkatalog noch einmal hervorgeholt und offenbar machen jeder und sein Onkel mit, also husche ich als alter Trendnachhopser direkt hinterher und liefere, bevor mich der Kettenbriefkobold beißt.

Liebe Birgit, nun wartet die Gemeinde aber gespannt auf deine Antworten!

Das erste Buch, das du bewusst gelesen hast?

Michael Ende: Die unendliche Geschichte. Die Vorstellung, allein mit den Worten einer Geschichte eine ganze Welt zum Leben zu erwecken, hat mich schon als Junge fasziniert, gebannt und nie wieder losgelassen. Und wer träumte nicht davon, sich auf dem Dachboden zu verstecken und Schule und Regen einfach Schule und Regen sein zu lassen?

Das Buch, das Deine Jugend begleitete?

Frank Herbert: Der Wüstenplanet. Sechs Bände Science Fiction, fantastische Welten und hohe Politik, Intrigen und Abenteuer, Kampf und Liebe, Utopie und Dystopie – die erste Lektüre begleitete mich über mehrere Jahre, dann folgten die Strategiespiele und die Verfilmungen. Dune erschließt einen ganzen Kosmos und umfasst eine zeitliche Spanne, die mich schon damals schwer beeindruckte und mir wohl auch den Weg zur Science Fiction öffnete. Interessanterweise bemerkte ich bei einer wiederholten Lektüre Anfang des Jahres, dass sich meine Einschätzung des zweiten Bandes (Der Herr des Wüstenplaneten) um 180 Grad gedreht hat. War er mir als Jugendlicher zu langweilig, gedehnt und anstrengend, empfand ich ihn jetzt in seiner komprimierten politischen Dichte als den besten der sechs Bände.

Das Buch, das Dich zur Leserin/zum Leser machte?

Sergej W. Pokrowski: Ao, der Mammutjäger. Ziemlich sicher gab es Bücher davor, doch Pokrowskis Abenteuergeschichte in der Steinzeit ist mir in Erinnerung geblieben. Es stand lange im Regal, immer wieder einmal von meinem Vater empfohlen, doch immer links liegen gelassen. Vielleicht, weil es damals schon „oll“ wirkte, dieses abgegriffene, kleine Büchlein. Doch dann wählte ich es für ein Referat in der fünften Klasse aus – und verschlang es, unter dem Esstisch sitzend, an einem Nachmittag. Es gibt übrigens auch noch Uomi, der Geistersohn, falls ich jemanden anstecken sollte und Bedarf nach Nachschub besteht.

Das Buch, das Du am häufigsten gelesen hast?

Goethe: FaustJohann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil. Für mich einer der wichtigsten und besten Texte der deutschsprachigen Literatur. Überhaupt. Es gab Zeiten, da konnte ich lange Passagen auswendig und konnte anhand weniger Dialogzeilen Szenen im Stück einordnen. „Ich bin der Geist, der stets verneint …“

 

Das Buch, das Dir am wichtigsten ist?

George Orwell: 1984. Zweifelsohne einer der wichtigsten Romane des 20. Jahrhunderts. Es erstaunt mich immer wieder, wie weitsichtig Orwell schon in den 50er-Jahren geschrieben hat und wie relevant sein Text noch immer ist. Meiner Meinung nach gibt es kaum eine Dystopie, die heute so real geworden ist, wie Orwells „Großer Bruder“ und unsere willfährige Unterwerfung unter die allgegenwärtige Überwachung. Man sollte die Konzernzentrale von Facebook mit Hardcover-Ausgaben von 1984 einmauern.

Das Buch, vor dem Du einen riesigen Respekt bzw. Bammel hast?

Elfriede Jelinek: Die Kinder der Toten. Jelineks monumentale und düstere Auseinandersetzung mit dem Holocaust, dem Tod und dem Gedenken ist niederschmetternd und anstrengend – und zugleich ein starkes Stück Literatur. Beendet habe ich es noch immer nicht, aber schon meine Professorin sagte damals: „Wer diesen Roman durchliest, verdient eigentlich einen Orden.“

Das Buch, das Deiner Meinung nach am meisten überschätzt wird?

Shakespeare: Romeo und Julia. Die angebliche Liebesgeschichte, die nichts mit romantischer Liebe zu tun hat und doch als Schablone dafür immer wieder herhalten muss. Als Schullektüre für pubertierende Jungs eine Folter und Qual und auch später einfach kein Genuss. Shakespeare hat so viele bessere Stücke geschrieben, warum immer wieder diese olle Kamelle?

Oh, und alles von Helmut Krausser.

Das Buch, das Du unbedingt noch lesen willst – wenn da einmal Zeit wäre?

James Joyce: Ulysses. Allein der Ruf dieses Monumentalwerks schüchtert mich ein.

Das Buch, das Dir am meisten Angst macht?

Da muss ich jetzt tatsächlich etwas überlegen. Da ich kein großer Freund von Horror bin, weder als Film noch als Text, kann ich da fast nichts angeben, Bücher lassen mich in der Regel nicht gruseln. Potenzial haben aber Glukhovskis Metro-Romane oder Erzählungen von Thomas Ligotti, aber auch die verstörende Grausamkeit in Anthony Burgess‘ A Clockwork Orange.

Das Buch, das Du gern selbst geschrieben hättest?

Sir Terry Pratchett: Mort. So leichtfüßig, so lebensfroh, komisch und doch so tiefgründig kann wohl niemand über den Tod schreiben, wie Terry Pratchett. Ich wünschte, ich käme seinem Humor zumindest ein Stück weit nahe.


Stilblüten #3: Legendenbildung im Fußball

Kürzlich sei Uwe Seeler, eine „wahrhaftige Legende“, 80 Jahre alt geworden, informierte die Süddeutsche Zeitung am Montag in ihrer „Streiflicht“-Glosse, um danach etwas gequält-launig die derzeitige Misere des HSV mit den illustren Schwierigkeiten Seelers mit Sprichwörtern aufs Korn zu nehmen. Nunja. Sich über sprachliche Auslassungen von Fußballern zu amüsieren ist im Grunde das Dem-Baby-den-Lutscher-Klauen des Geisteswissenschaftlers, und über verwurschtelte Redewendungen machen sich ja sogar amerikanische Krimiserien lustig.

Auffällig sind die Ironiepunkte, die das „Streiflicht“ schon im ersten Satz einsammelt. Eine „wahrhaftige Legende“? Das Sprachbild ist so krumm wie eine Bananenflanke. Zum heutigen Start des Literaturfests München unter dem Motto „ein wort gibt das andere“ daher eine gute Gelegenheit, nicht nur der Legende von der Legende auf die Spur zu gehen, sondern auch den etwas heitereren Beitrag zur Blogparade #einwortgibt nachzureichen.

legendeLegende, die. Substantiv, feminin, abgeleitet vom lateinischen legenda – „das, was zu lesen ist“ oder „das Vorzulesende“. Schon hier ein erster Hinweis auf die Charakteristika der Legende. Der Duden erklärt: „kurze, erbauliche religiöse Erzählung über Leben und Tod oder auch das Martyrium von Heiligen“ und – damit kommen wir der Sache näher – „Person oder Sache, die so bekannt geworden ist, einen solchen Status erreicht hat, dass sich bereits zahlreiche Legenden um sie gebildet haben“. Vergleiche: „Mythos“.

Die Definitionen haben eines gemein: den Charakter des Erzählten, Kolportierten, Erdachten. Legenden sind, und das definiert der Duden weiter: „etwas, was erzählt, angenommen, behauptet wird, aber nicht den Tatsachen entspricht“. Was also, liebes „Streiflicht“, ist eine „wahrhaftige Legende“? Etwas, das „den Tatsachen entsprechend nicht den Tatsachen entspricht“?

Nun könnte man ein geschickt platziertes Oxymoron vermuten und die beste Intention unterstellen, nämlich eine selbstironische Brechung gleich zu Beginn – doch das darf im Fußballland Bayern angezweifelt werden. (Obwohl, „Uns Uwe“ war ja nie bei den Bayern, …) Insofern ist also davon auszugehen, dass die Legende hier ganz ironiefrei genutzt wurde, quasi als Hutantippen gegenüber Seeler und dessen Leistungen.

Aber auch damit wird die Bananenflanke nicht zum präzisen Torschuss, denn die Legende zielt nicht auf eine nachweisbare Wahrheit, sondern vermittelt Glaubenswahrheiten, gerne ausgeschmückt und dekoriert. Dass Fußball viel mit Glauben und Wünschen zu tun hat, mag stimmen, macht Seeler aber noch nicht zum Heiligen und schon gar nicht Märtyrer. Ganz im Gegenteil, zeichnet sich doch Uwe Seeler vor allem dadurch aus, dass er schon zu seinen aktiven Zeiten auf den ganzen melodramatischen Allürenquatsch verzichtete und in erster Linie einmal einfach guten Fußball spielte. Für hagiographisch interessante Wunder waren andere zuständig.

Ich tippe hier also auf eine Mischung aus „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“ und die derzeit beliebte Überstilisierung von praktisch allem und jedem. Wenn der „Star“ nicht mehr reicht, muss halt die „Legende“ her. Allerdings zeigt das Beispiel, dass sich die Legende eben nur noch bedingt weiter steigern lässt. Spitzfindig? Vielleicht. Sich nach einem solchen Auftakt aber über die krummen Redewendungen Seelers zu amüsieren, liebes „Streiflicht“, ist doppelt schlechter Stil.


Montagskaffee #32

Guten Tag.

Uff. Buchmesse. Frankfurt. Mittwoch bis Sonntag. Niederlande. Bücher. Menschenmassen. Buchpreis. Ach ja. Buchpreise. Heute wird in Frankfurt schon einmal vorab, sozusagen zum Vorglühen auf die Messe, der Deutsche Buchpreis verliehen. Buchhändler im Land planen schon einmal nervös die Umdekoration der Schaufenster und wappnen sich für die plötzliche Flut an Literaturexperten. Und die Seite Zwei? Gibt sich uninteressiert. Meinungen zum Preis gibt es wie Sand am Meer, auf den Schönen Seiten auch einen launigen Blick hinter die Kulissen und in den gängigen Leitmedien die entsprechenden Lang- und Kurzlisten. Wie stehen denn die Wetten für heute Abend? Manchmal glaube ich, dass die Preisverleihungen in England, dem Land in dem man auf praktisch alles wettet, einfach spannender wären. Apropos Ausland: Sophie Weigand hat sich die Mühe gemacht, mal die Wirkung des Buchpreises im Ausland zu ergründen und ist zu einer recht nüchternen Erkenntnis gekommen: Schon wichtig, aber längst kein Freifahrtschein für Massenerfolg. Hilft aber durchaus bei der Vermarktung.

Das ist er doch letztlich oder nicht? Ein Vermarktungsinstrument. Schon klar, dass Autoren sich über das Preisgeld freuen, würde ich ja auch. Aber der ganze Hype? Die Hysterie? Die endlosen Debatten über berechtigt oder unberechtigt verliehene Preise, Auswahlkriterien, Zusammensetzung von Jurys …? Die Preise sind immer mehr oder minder willkürlich. Angesichts der schieren Menge an Publikationen, allein auf dem deutschen Buchmarkt, kann kein Preis der Welt für sich beanspruchen, alles geprüft und wirklich eine objektive Auswahl getroffen zu haben. Dank der großartigen Debattenkultur, die uns die Freiheit des Netzes eingebracht hat, wird ohnehin nahezu jede Entscheidung binnen Minuten angezweifelt und zum Politikum erhoben. Juroren haben es mittlerweile auch nicht mehr leicht, immerhin müssen sie nun nicht mehr nur die Qualität bewerten sondern auch noch darauf achten, ob der Preisträger nicht womöglich gar nur eine „politische Entscheidung“ gewesen sein könnte oder irgendwessen Befindlichkeiten verletzt. Dann lieber mal auf Nummer sicher gehen und einen Musiker auszeichnen. Den kennt wenigstens jeder.

Apropos, man kommt ja doch nicht vorbei am Elefant im Raum. Die Nobelpreise sind natürlich von den Problemen nicht ausgenommen, sondern leiden womöglich am meisten. Der Friedensnobelpreis macht es ja ganz entzückend vor und ist seit einigen Jahren eher eine absurde weltpolitische Farce. Den bekommen ja jetzt kriegführende Staatsoberhäupter und Wirtschaftsvereinigungen. Dass in diesem Jahr die Friedensbemühungen des kolumbianischen Präsidenten ausgezeichnet wurden, der sich zwar endlich mit der FARC geeinigt hat, dessen Bevölkerung aber offenbar nichts vom Frieden hält, ist ein historischer Treppenwitz mit Ansage. Hoffen wir mal, dass der Literaturnobelpreis diesen Weg vermeiden kann. Vielleicht sollte man nächstes Jahr mal eine Ausnahme machen, den Preis gleich dutzendfach vergeben und all jene Autoren auszeichnen, die ihn in den letzten Jahren schon „endlich mal verdient“ hatten? Ich wäre ja dafür, und im Anschluss kann man 2018 eine neue Seite aufschlagen. Oder das Buch gleich zugeklappt lassen.


Montagskaffee #31

Guten Tag.

Heute geht es mal um Statistiken. Big Data ist ja das neue Ding und auch in der Verlags- und Buchbranche sucht man akribisch nach Möglichkeiten, aus Papier Daten zu gewinnen. Was mit kollektiven Anmerkungen im Kindle begann (gibt es die eigentlich noch?), mündet mittlerweile in Diensten wie Jellybooks, die kostenfreie E-Books anbieten und dafür fleißig wie die Eichhörnchen Nutzerdaten sammeln und an die Verlage weitergeben. Nun haben sich Jodie Archer und Matthew L. Jockers an das große Geheimnis der Buchbranche gewagt und einen Algorithmus entwickelt, der helfen soll, potenzielle Bestseller zu entdecken. Aus den Bestsellern der vergangenen 30 Jahre haben Archer und Jockers 2.799 Eigenschaften herausgesucht, die bei Bestsellern gehäuft auftreten. Starke weibliche Protagonisten, wenig Sex, eher Hunde als Katzen und so weiter. Sofort wird natürlich beteuert, damit nicht den Lektor abschaffen, sondern ihm nur ein neues Handwerkszeug zur Seite zu geben. Der Kulturpessimist in mir wittert aber eine neue Gleichförmigkeit der ganz „großen“ Erfolgsromane. Heitere Ironie: Des Algorithmus liebster Roman ist Dave Eggers‘ The Circle.

Keinen Algorithmus, aber gute alte Statistik hat Miriam von schiefgelesen bemüht, um die Cover deutscher Romane im internationalen Vergleich zu betrachten. Herausgekommen ist eine illustre Sammlung mit teilweise überraschenden Varianten. Geht man davon aus, dass das Cover eines Buches bereits einen ersten Eindruck seines Inhalts geben kann, könnte man bei manchem Beispiel völlig unterschiedliche Romane erwarten. Spannend fände ich auch mal einen ausführlichen Vergleich der Titel-Übersetzungen, da leisten sich deutsche Verlage bei Übersetzungen ja gelegentlich den einen oder anderen Griff ins Klo. Ich jedenfalls versuche, mich nicht allzu sehr vom Cover eines Romans beeinflussen zu lassen, oft herrscht da ja ein beeindruckender Konformismus immer gleicher Motive (einsame Bank am See, abwesend schauende Dame im historischen Kostüm, merkwürdig verlassen wirkende Stühle, Vogelschwärme …). Interessant daher der Ansatz einiger Buchhandlungen zu „Blind Dates“, etwa bei Elizabeth’s Bookshop im australischen Newtown, wo ausgewählte Bücher in Packpapier gepackt und von den Mitarbeitern nur mit einigen Schlagworten versehen verkauft werden. Überraschung!

Zeit zu Lesen gibt es ja jetzt genug, denn ganz grundsätzlich soll der Sommer ja jetzt vorbei sein, wenn man glauben mag, was man sich so auf der Straße erzählt. Den Bücherfreund freut es, was braucht es schon mehr als Bücher und  Kaffee … ganz ohne große Daten.

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