Schlagwort-Archive: Daniel Kehlmann

Fakt – Fatum – Fälschung: Daniel Kehlmanns „F“

Ein glutheißer Sommertag und die Schicksale dreier Brüder bilden den Rahmen zu Daniel Kehlmanns F. Eric ist Investmentbanker: paranoid, skrupellos und überreizt, er ist abhängig von Beruhigungsmitteln und betrügt Kunden und Ehefrau. Sein Zwillingsbruder Iwan verwaltet und verkauft einen Nachlass, den es eigentlich nicht gibt, und Martin letztendlich ist übergewichtiger Priester, der nicht an Gott glaubt und sich auf die reine Kraft des Rituals und der Liturgie beruft. Alle drei sind auf ihre Art Heuchler, Hochstapler und Betrüger, die sich mit ihrer persönlichen Lebenslüge arrangiert haben und den Status quo des Scheins aufrecht erhalten müssen, damit um sie herum nicht alles in Scherben fällt.

Cover Daniel Kehlmann - FDas Kernthema des Romans wird schon im Prolog deutlich: Während einer Hypnosevorstellung erfahren Vater Arthur und seine Söhne die suggestive Kraft des Hypnotiseurs, der wie sein Mann’sches Vorbild Cipolla die Zuschauer nach Belieben manipuliert und trotz gegenteiliger Beteuerung vorführt. Vater wie Söhne wehren sich vergeblich; Iwan versichert sich im inneren Monolog, dass er die Befehle nur ausführe, um den Effekt der Show nicht zu zerstören und Arthur führt ein langes Streitgespräch, nur um direkt nach der Aufführung wie vorhergesagt Frau und Kinder zu verlassen. weiterlesen