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Leider supergeil

Kürzlich analysierte David Hugendick in der Zeit die aktuelle Flut an Selbstorganisations- und Glückseligkeitsratgebern, die eine muntere Selbstausbeutung zum Endzweck jedes Arbeits- und Karriereverhältnisses erheben. Musste man früher noch Durchhalteparolen ausgeben, die den anstrengenden Berufsalltag mit Hoffnung auf Pension, Urlaub und Feierabend erträglich machen sollten, scheint es heute ausgemachtes Ziel der Unternehmen zu sein, die Arbeit zur persönlichen Erfüllung umzudeuten und so die lästige Freizeit gänzlich obsolet zu machen. Hindernisse werden zu „spannenden Herausforderungen“ für die leistungswilligen Angestellten, die auf „notwendige Umstrukturierungen“ doch bitte mit Flexibilität, Eigenverantwortung und permanenter Verfügbarkeit reagieren mögen. Dabei liegt dieser Arbeitsanschauung, wie auch Hugendick erkennt, ein bösartiger Zynismus zugrunde, der der willfährigen Menge eine Demokratisierung des Arbeitserfolges verspricht. Angesichts von Wirtschaftskrisen, stagnierenden Gehältern bei noch immer exponentiell wachsenden Managerboni und einer immer unwahrscheinlicheren Rente eine „alberne Utopie“. weiterlesen

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